| 
RSS
 | 
Kontakt
 | 
Impressum
2011 Finn Gold Cup Perth
PDF Drucken E-Mail

logo-perth

Finn Gold Cup 2011, Perth, 5.-11. Dezember 2011 
 

Jan_kmpft

==> Ergebnisse

 

Endstand:  Jan 34. (14/21/6/14/22/Goldfleet 32/34/35/24/30)
Matthias 40. (27/16/BFD/25/21Silverfleet 7/6/7/3/4)

Berichte vom Team

Roberto: 8.12.2011

Hallo zusammen,
wenn Ihr wüsstet, wie ich heut gelitten habe.
1. Rennen in der Goldfleet. Wind wie gehabt SW, anfangs 12 dann 18 kn mit Linkstendenz. Jan kriegt endlich mal einen vernünftigen Start hin. Raus auf die linke Seite.
Was ich vom Mobo aus sehen kann (die Course Marshalls drängen uns auf gefühlte 1000 m vom Feld weg), sieht gut aus. Hoffnung keimt auf. An Tonne 1, die Linksfahrer haben ein wenig Überhöhe, Jan zwar nur in den Zwanzigern, aber alles noch eng zusammen.
Reach zum Outerloop 3 Boote geholt, Vorwind läuft, bis auf Platz 16 vorgefahren.
Dann läuft es nicht mehr.
Bis zum Ende des 1.VW wieder auf Pl. 22 zurückgefallen. 2.Kreuz: es läuft nichts mehr. Oben Pl. 29. Ich habe keine Erklärung. 2. VW, ich denke, ich sehe einen schlechten Film. Statt nach vorn (Pl.28) geht es noch weiter nach hinten (siehe Ergebnisse).
Nach dem Zieldurchgang nur Wasserübergabe, ich weiß nicht was ich sagen soll. Beim Reinsegeln nur gegrübelt, was ich/wir bloß alles falsch gemacht haben in den letzten Monaten. Das Training muß ja wohl völlig kontraproduktiv gewesen sein? Wie bekommen ich Jan aus diesem Tief raus?
Nach einer knappen Stunde später im Hafen hab ich erst mal meine Frau angerufen (auf dem Wasser ist Handyverbot). Ich mußte irgendwie reden.
Dann zu Jan ans Boot. Er hatte einem leichte Crash an Tonne 1 mit NZL 8 und dabei haben sich Rumpf und Decksschale auf ca. 50 cm von einander gelöst und die vorderen Tanks waren voller Wasser.
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was für ein Stein mir vom Herzen fiel.
Mit Hilfe von Michael Maier und dem DSV-eigenen Bootsbauer wurde der Schaden dann behoben, morgen früh noch ein paar Nacharbeiten und dann geht es in die letzten Rennen.
Mit der Olympiaquali wird es hier in Perth wohl nichts mehr, aber die
Nationenquali wird wohl klargehen. Noch geben ich/wir nicht auf.
Bis zum nächsten Rapport
Roberto
-----------------------------------------------------------

Ulli: 8.12.2011

Hallo zusammen,
heute war zu 14:00 Uhr der Start zur 6. Wettfahrt der Weltmeisterschaft geplant.
Nach den gewohnten Verspätungen der Wettfahrtleitung (z.B. heute hielt dann mal
der Anker des Startgegenschiffes nicht) konnte um 14:35 Uhr gestartet werden.
Der Wind wehte heute mit bis zu 17 Knoten.
Jan erwischte einen guten Start und konnte frei fahren. Vor der Tonne 1 kam es leider zu einer Kollision mit einem Neuseeländer, was zur Folge hatte, dass sich das Deck einen halben Meter vom Rumpf auf der
Steuerbordseite löste. (siehe Bild). Jan-Schaden
Jan war zusammen mit NZL 8/Coutts (in Lee liegend) auf Steuerbord unterwegs, als dieser zu kurz neben ihm gewendet hat und Wegerecht forderte. Jan riss das Ruder rum, musste jedoch ebenfalls wenden, da UKR 1 auch auf Backbord segelte. Bei dieser Wende erwischte er den Neuseeländer leider am Ruderkopf und dadurch entstand der Riss an der Deckskante.
Jan bemerkte den Schaden nicht gleich und fuhr zwischen-zeitlich bis auf den 16. Platz vor. Auf der zweiten Kreuz hatte das Boot schon so viel Wasser gezogen, dass er immer langsamer wurde und ihm nichts anderes übrig blieb, als das Rennen wenigstens einigermaßen zu beenden.
Das war dann hoffentlich auch der Streicher für Jan.
Für morgen sind dann wieder 2 Rennen und der Start zu 13:00 Uhr geplant.
Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Grüsse aus Perth.
------------------------------------------------------------------------

Roberto: 7.12.2011

Hallo,

heute haben wir einen langen Tag auf dem Wasser verbracht.
10.45 Rausschleppen 18.30 Reinschleppen.
Der Wind setzte gegen 11.30 aus SW ein .
Nach mehreren Startversuchen in beiden Fleets ging es auf den Kurs.
Eigentlich war es nicht so schwer, der Wind ging stetig nach links und auf 6 Kreuzen ging es 6 mal über links, aber da muß man erstmal rüberkommen.
Jan konnte heute keinen Start richtig rausbringen, immer mußte er nach rechts freiholen und das war das Hauptproblem. Auch auf VW lief es nicht immer gut.
Ab Morgen geht es nun in Gold und Silber weiter, das macht die Aufgabe nicht leichter, jetzt hat er 5 Rennen mit den Besseren vor sich.
Aber vielleicht ist es ja wie im letzten Jahr in SF, als der WK eigentlich abgeschrieben war, hat er noch einmal gezeigt, was geht.
Die Hoffnung stirbt zuletzt und noch haben wir nicht aufgegeben.

Gruß

Roberto
----------------------------------------------------------

Ulli: 7.12.2011

Hallo Finndeutschland,
da gestern aufgrund von Gewittern und Dauerregen nicht gesegelt werden konnte, waren für heute 3 Rennen angesetzt und der Start auf 12:00 Uhr vorverlegt. Alle Boote fuhren pünktlich, bei glatter See zur Regatta-Area. Zum Start des ersten Rennens hatten wir dann 13 kn Wind, der im laufe des Tages bis auf 18 - 20 kn zunahm. Jan und Matthias waren heute wieder in der Blauen Gruppe eingeteilt. Beide Gruppen konnten nach 2 bzw. 3 Allgemeinen Rückrufen gestartet werden. Leider erwischte es im ersten Rennen auch Matthias und viele weitere "Internationale" Segler (wie Rafa, Ed Wright....).
Jan segelte in dieser Wettfahrt sein bestes Tagesergebnis. So weit ich das vom Motorboot aus beurteilen kann, waren es heute schwierige Bedingungen, mit vielen Drehern, wobei die "richtige" Seite nicht immer eindeutig zu finden war. Tendenziell ging es zwar über links, aber ein paar von den Jungs kamen auch von der rechten Seite gut oben an.
Für morgen ist nur ein Rennen und der Start für 14:00 Uhr geplant. Es wird ab dann in Gold-und Silbergruppe gesegelt. Die Gruppen und Ergebnisse entnehmt bitte Liste.
Bis morgen.
Grüsse aus Perth
Ulli
----------------------------------------------------------

Ulli: 5.12.2011

Hallo Finndeutschland,
heute war der erste Tag der WM in Perth.
Anfangs ließ der Wind noch ein wenig auf sich warten, deshalb erfolgte der erste
Start nicht wie geplant um 13:00 Uhr, sondern erst ca. 14:00 Uhr.
Der Wind frischte im Laufe des Nachmittags bis auf 18 kn auf.
Die Finns werden bis Donnerstag jeden Tag in zwei Gruppen (Gelb + Blau)
aufgeteilt, ab Freitag segeln sie dann in Gold‐ bzw. Silbergruppe.
Jan und Matthias segelten heute in der Blauen Gruppe und starteten somit erst
als zweite.
Dadurch dass die "Race Marshall Boats" (=Boote der Wettfahrtleitung, die
verhindern sollen, dass Coachboote ins Regattafeld fahren bzw. diesem zu dicht
kommen) uns im ersten Rennen relativ weit weg vom Feld drängten, konnten wir von
der ersten Gruppe kaum was mitbekommen.
Soviel haben wir aber gesehen, Ben Ainslie hat in alter Manier zumindest das
erste Rennen mit 300 m Abstand zum Feld gewonnen.
Jan und Matthias sind heute leider noch nicht so richtig in Fahrt gekommen, dies
wird sich aber sicherlich die nächsten Tage wieder ändern.
Die Ergebnisse entnehmt bitte der Liste.
Mit besten Grüssen aus Perth
----------------------------------------------------------------

Matthias: 5.12.2011

Nun ist es so weit
Die Trainingsphase ist jetzt zu Ende und die Boote sind vermessen. Jeder überprüft noch ein letztes mal sein Boot und ist in Gedanken schon bei der Regatta.
Doch was ist bis jetzt passiert? Wir kennen ihn alle den sogenannten Dr. Fremantle. Das ist ein starker Termikwind vor Fremantle. Jeder weiß, dass man für diesen Wind gut gewappnet sein muss um gute Ergebnisse zu erzeilen. Während der gesamten Trainingsperiode hat sich dieser, immer wieder von seiner besten Seite gezeigt und so konnten wir viele Starkwindtage sammeln. Nun ist es ein Tag vor dem ersten Rennen und laut Wettervorhersage soll der Dr. Fremantle zunächst fern bleiben.
Ich habe mich bestmöglich auf die Regatta vorbereitet und freue mich schon sehr auf das erste Rennen. Zugleich verfolgt mich ein kleines Kribbeln im Bauch, weil diese Regatta für mich von großer Bedeutung ist. Es wird ein sehr kräftezehrendes Event, sowohl physisch als auch psychisch. Für jede Nation ist diese Regatta sehr wichtig und dementsprechend wird das Niveau sehr hoch sein.
Eckdaten:
in der Finnklasse sind knapp 80 Boote am Start
    es wird in zwei Flotten gestartet
    Montag bis Mittwoch jeweils 2 Rennen pro Tag
    Donnerstag ist ein Reservetag
    Freitag und Samstag wird das Feld in Silber und Gold geteilt
    an jedem Tag ist um 13:00 Uhr Start
    wir werden mit Tracking-Systemen ausgestattet
Viel Spass beim Zuschauen
Matthias

------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Jan: 1.12.2011

Hallo Finndeutschland,hallo FTG-Leser,

bevor ich anfange aus Australien zu berichten, möchte ich mich noch kurz dafür entschuldigen, dass es berichtemäßige lange ruhig um mich gewesen ist. Das hängt zum einen damit zusammen, dass ich mich voll und ganz auf die Wettkämpfe und deren Vorbereitung konzentrieren wollte, zum anderen liegt es aber auch an meinem Abschneiden bei den ersten beiden Wettkämpfen der Olympiaqualifikation, die leider nicht ganz so gut gelaufen sind, wie ich mir es vorgestellt hatte.

In erster Linie suche ich die Gründe natürlich bei mir. Es hat aber auch einige Zeit, wahrscheinlich zu viel Zeit, gedauert bis ich selber begriffen habe, dass man entweder die gegebenen Rahmenbedingungen akzeptiert und das Beste daraus macht oder man unglaublich viel Energie „verschenkt“ in dem man sich damit beschäftigt und versucht Dinge zu verändern, die nicht in der eigenen Macht liegen.

Nichtsdestotrotz lief meine Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Perth bisher gut. Nach der Europameisterschaft habe ich eine kleine Segelpause eingelegt um etwas Abstand zu gewinnen und um dann mit neuer Energie in die Vorbereitungen zu starten. Der 3. Platz bei der Holländischen Meisterschaft, der 1.Platz bei der Deutschen Meisterschaft, viele Trainingsergebnisse in den letzten Trainingslagern und die Wahl zum Sportler des Jahres 2011 der Hansestadt Wismar geben mir neuen Mut und Motivation für die kommende WM.

Diese WM wird der wichtigste Wettkampf meiner bisherigen sportlichen Laufbahn werden. In Perth entscheidet sich, wer die Tickets zu den Spielen in London 2012 lösen wird. Egal wie es am Ende ausgeht, mein Ziel ist es vor allem einen guten Wettkampf abzuliefern und meine bestmögliche Leistung abzurufen. Die 80 besten Finnsegler aus aller Herren Länder werden am Start sein und die Leistungsdichte wird höher sein als bei den Olympischen Spielen, zwei Gründe mehr hier alles geben zu wollen. Alles in allem ist es eine große Ehre für mich die deutschen Farben in der Finn-Klasse vertreten zu dürfen und die Möglichkeit zu haben gegen die besten Segler der Welt anzutreten.

Auch finanziell wird es der teuerste Wettkampf meiner sportlichen Laufbahn werden. Seit dem 1. November bereite ich mich nun vor Ort in Perth auf die Meisterschaft vor. Unterm Strich bleibt ein hoher fünfstelliger Betrag, den ich selber aufbringen muss. Daher möchte ich an dieser Stelle noch einmal die Gelegenheit nutzen um mich bei allen Sponsoren des FinnTeamGermanys zu bedanken. Das Sponsoring fiel in diesem für mich und das FTG wichtigen Jahr noch höher aus als in den letzten Jahren. Dank der Sponsoren konnte ich einen Großteil der entstandenen Kosten finanzieren. Also, vielen Dank für alles!

Meine Vorbereitung neigt sich dem Ende. Jeder versucht sich jetzt auf seine Art und Weise und auch mental optimal vorzubereiten. In der letzten Woche mache ich 3 bis 4 Tage ohne Wasserarbeit. Mit einem Besuch im Museum und von örtlichen Sehenswürdigkeiten/ Naturwundern, einem Strandtag oder einfach mal einem lockeren Tennisspiel mit anderen Athleten im „Deutschen Haus“(eigens vom DSV gemietetes Hotel für das deutsche WM-Team) versuche ich auf andere Gedanken zu kommen und mich zu entspannen.

Am Freitagfrüh werden dann alle Sportler und Funktionäre mit Flussschiffen von Fremantle in die Innenstadt von Perth gebracht. Dort findet die Eröffnungsfeier statt. In einer Parade sollen alle Sportler geordnet nach Nationen der australischen Navy Big Band folgen, bevor auf einem zentralen Platz die Veranstaltung vom Ministerpräsident und anderen Persönlichkeiten eröffnet wird. Also alles ein wenig wie bei den Olympischen Spielen. Am Samstag und Sonntag werden die Boote dann vermessen. Die beiden deutschen Finns werden am Samstagmorgen um 9:30 Uhr die ersten der 80 Boote sein. Ein bis zwei kurze Einheiten auf dem Wasser plane ich dann am Wochenende noch „um sich wieder ans Boot zu gewöhnen“ und um in den Rhythmus zu kommen.

Mein Bruder Ulli ist als Co-Trainer mit nach Australien gereist und versucht mich so gut wie möglich zu unterstützen. Auch meine Berichterstattung während der WM wird er mir abnehmen und Euch täglich von den Geschehnissen auf dem Wasser und an Land berichten. In den nächsten Tagen werde ich mich noch einmal mit ein paar Impressionen von der Eröffnungsfeier bei Euch melden.

Hier noch ein paar Youtube-Videos vom Whale Watching, ein Grußvideo zur Sport-Oscar-Wahl in Wismar vor 2 Wochen und ein paar Videos vom Finnsegeln, für die, die es interessiert (hauptsächlich Videos vom Vorwind, die Sammlung werde ich in den nächsten Tagen noch ergänzen):

 
Bis dahin, viele Grüße aus Australien
Jan
---------------------------------------------------------
Roberto: 27.11.2011
Hallo Finndeutschland,
Jan und ich sind nun gut drei Wochen hier in Fremantle.
Nach drei Tagen Akklimatisierung und Containerentladung haben wir am 5.11. mit dem Wassertraining begonnen. Anfangs haben wir mit den Schweizern und den Aussis eine Gruppe gebildet. Nach einer 2-tägigen Sturmpause haben wir uns dann an die Briten rangetastet und sie liessen uns mitspielen. Zusammen mit SWE,SLO,NED wurde die Gruppe fast täglich grösser und am letzten Freitag waren schon über 30 Finns an der Startlinie.
Ich denke, dass wir einige Schwächen abbauen konnten, vor allem auf den Vorwindkursen. Es läuft zwar noch nicht immer, aber immer öfter. Wettertechnisch hatten wir von allem etwas,.von Sturm bis Leichtwind, von Gluthitze (37°C,NO2‐3 und lästigen Fliegen in Mengen) und dem Doctorwind aus SW 5‐6 und angenehmen 18°C, bis zu richtigen Regentagen, alles war bisher dabei. Neben Segeln und Athletik waren wir auch schon 2 mal mit dem Mobo zum Whale Watching Richtung Rottnest Island unterwegs und das mit Erfolg. Ist schon beeindruckend wenn so ein Riesentier 10m neben dem Schlauchboot auf- oder abtaucht.
Ein Nachmittag in Perth mit anschliessendem Besuch im Fusballstadion (Perth‐Sydney) sowie ein Strandtag standen auch schon auf dem Programm.
Morgen steigt dann die letzte Trainingswoche. Alle Klassen sollen dann auf die vorgeschriebenen Sattelplätze ( unserer war heute abend aber noch nicht bezugfertig),Trainerboote sollen dann im Stadthafen liegen, ein zentraler Parkplatz mit Shuttleservice soll dann eingeführt werden usw.
Es geht also in die heisse Phase.
Jan ist heute in die gemeinsame deutsche Unterkunft im Hotel Pier 21 gezogen und ich wohne weiterhin im Haus bei einem Ex‐Schweriner.
Sonst denke ich ist alles ok, mal abgesehen von den unglaublich hohen
Lebenshaltungskosten( 200‐250% dt.Niveau).
mit besten Grüssen aus Down Under
Roberto