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Gold Cup SF 2010
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Berichte von Jan Kurfeld und Roberto Güldenpenning 

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Jans Abschlussbericht, 5. 9. 2010

Hallo,
nach 6 anstrengenden Tagen ist die Weltmeisterschaft 2010 beendet.
Ich denke, dass diese Regatta von der körperlichen Beanspruchung her sicherlich die anstrengendste in meiner Laufbahn war. Es gab bestimmt schon einzelne Tage, an denen es mehr Wind gab, aber konstant so viel Wind über die gesamte Dauer war mir neu. Hier kam es vor allem auf die körperliche Fitness an. Ähnliche Bedingungen verspricht das Segelrevier der nächsten Weltmeisterschaft in Perth.
Zum Segeln gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Jeden Tag dieselbe Windrichtung, morgens meist noch bewölkt, dann reißt der Himmel auf und ab 10 Uhr gab es Sonnenschein und stetig zunehmenden Wind. Die erste Kreuz war meist noch zwischen 10 und 15 kn Wind, der dann auf der zweiten Kreuz aber schon auf 20-25 kn zunahm. Der Wind pendelte meist nie mehr als um 10°. So war es jeden Tag.
Meine Leistungen wurden zum Ende hin immer besser und konstanter, leider habe ich etwas zu spät in den Wettkampf gefunden. Mit Platz 25, denke ich, kann ich aber trotzdem zufrieden sein. Obwohl der ein oder andere Platz nach vorne noch möglich gewesen wäre, ist zurzeit einfach viel mehr nicht drin für mich, vor allen bei diesen gleichmäßigen und stabilen Bedingungen. Dafür ist mir die fast ausschließlich professionelle Weltspitze derzeit einfach noch einen Schritt voraus.
Bei dem Deutschen Segler-Verband habe ich um einen Platz in der Sportfördergruppe ab dem 1.Oktober 2010 beworben um mich optimal auf die kommende Saison vorbereiten zu können, um und um mich für die Olympischen Spiele 2012 zu qualifizieren. Ich hoffe, dass mir die Möglichkeit gegeben wird das Segeln, wie die Weltspitze, professioneller zu betreiben als mir es im Moment möglich ist.
Viele Grüße aus SF
Jan

Bericht Roberto Güldenpennig 4. 9. 2010
Hallo,
nach 10 Wettfahrten möchte ich nun auch einen kleinen Beitrag beisteuern. Am Mittwochabend saß ich auch vor meinem Rechner und habe mir meinen Frust von der Seele geschrieben, aber dann nichts weiter verbreitet. Es war bist dahin zum Auswachsen. Jan hat Top Starts hingelegt und dann kamen in der Nachstartphase die "Großen " und haben ihn von achteraus in Luv überlaufen, so dass er sich immerwieder freiholen mußte.
Wir hatten bis Dato alles probiert und den Kahn zum Laufen zu kriegen ,aber nichts hat geklappt. Abends wollten wir noch einen Schwingtest machen, weil wir nicht mehr weiter kamen. Natürlich war an dem Tag die Anlage demontiert worden. Das wars also dachte ich.
Wir hatten bis dahin 6 WF ,wovon 3 Kreuzen sogar unter 20 kn (6-18) gesegelt wurden und nichts lief an der Kreuz. Innerlich hatte ich den Gold Cup fast abgehakt.
Tag 4 lief dann doch etwas besser (Platz 19 und 25 )so das wir eigentlich dran sindo undo daso bei schönen 25 kn.
Der heutige Tag hat dann  Jans Kämpferqualitäten gezeigt. Nach wieder 2 tollen Starts sah es wieder richtig gut aus.
Der Wind ging teilweise bis auf 30 kn hoch und Jan hat richtig gekämpft. Während bei anderen die Akkus langsam leer sind, hat er gut durchgehalten und trotz 2maliger Überhöhe und einem verkorksten VW (-11 Plätze) zwei brauchbare Plätze eingefahren.
Der heutige Tag war für mich ein Highlight ,der Bengel hat es drauf. Egal was das Final Race morgen bringt . Er kann es packen.
Viele Grüße
Roberto
Montag, 30. August 2010, Race 1 und 2

Hallo, kurzer Bericht zu heute:

beim Rausfahren hatten wir noch mit circa 12 kn moderaten Wind, der dann quasi stündlich um 5 kn zunahm. Also die erste Wettfahrt bei 12-17kn Wind. Ich hatte einen guten Start mitte-links und bin dann auf die linke Seite der Kreuz gefahren, das sah erst richtig gut aus, aber dann drehte der Wind um circa 20° nach rechts und ich musste von hinten so weit wie möglich aufholen. Im Ziel konnte ich noch bis auf Platz 43 vorfahren.

Die 2.Wettfahrt war dann schon bei 22-25 kn Wind. Ich hatte wieder einen guten Start auf der rechten Seite und bin dann auch gleich mit dem Feld nach rechts gefahren. Die ganze Wettfahrt war ich dann auf einem Platz zwischen 20 und 30 und konnte einen 26.Platz ins Ziel bringen. Morgen geht es mit 2 Rennen weiter, ich hoffe ich kann mich dort noch weiter verbessern.

 

Drückt die Daumen!

Viele Grüße aus SF, Jan

Sonntag, 29. August 2010

Hallo zusammen, Practice Race, Eröffnungsfeier und Jahreshauptversammlung haben stattgefunden.
Bei der Jahreshauptversammlung der International Finn Association hat Deutschland den Zuschlag für die Ausrichtung der Europameisterschaft 2013 erhalten!
Die Meisterschaft wird entweder in Wismar oder in Warnemünde sein, Offizielle von der IFA wollen vorher nochmal nach Deutschland kommen, um die Bedingungen zu inspizieren, aber die Europameisterschaft wird auf jeden Fall in Deutschland sein.
Die letzte Europameisterschaft auf deutschen Gewässern war 1974 und insgesamt wird es die 5. Europameisterschaft der Finns in Deutschland sein.
So ich geh jetzt ins Bett, morgen um 12 Uhr Ortszeit (21 Uhr MESZ) erster Start, also bitte Daumen drücken.
Viele Grüße
Jan

Samstag, den 28. August 2010
Nachdem ich die Warnemünder und Travemünder Woche gegen zum Teil auch starke internationale Konkurrenz gewinnen konnte, lief es beim Weltcupfinale auf dem olympischen Revier von 2012 im englischen Weymouth nicht so wie ich es mir erwünscht hätte. Mit Platz 26 konnte ich natürlich nicht zufrieden sein. Auf diesem anspruchsvollen Revier brauche ich sicherlich noch eine Menge Trainingsstunden und Wettkämpfe um meine Leistung dort zu verbessern. Leider hatte ich mir kurz vor Beginn der Regatta auf meinem Laptop einen Virus (Trojaner) eingefangen und konnte von England aus deshalb nicht selber berichten. Ich bitte dies zu entschuldigen.
Heute (Samstag) habe ich die Vermessung hinter mich gebracht und am Abend findet die Eröffnungsfeier im ausrichtenden St. Francis Yachtclub, unweit der Golden Gate Bridge, statt. Die circa 100 Finns sind aber auf der nordöstlichen Seite der Bucht in einer Marina untergebracht. Diese Marina ist eher ein öffentlicher Park mit einer Launching Ramp und einem umzäunten Parkplatz auf dem die Boote stehen. Nebenan sind mehrere Yachtclubs. Das Segelrevier ist quasi direkt vor der Haustür, aber das bedeutet leider auch dass man San Francisco und die Golden Gate nur am Horizont sieht. Durch die geringe Wassertiefe von 3 bis 4 Metern und die vorherrschenden starken Winde entsteht eine sehr kurze und steile Welle. Im Training hatten wir die letzten Tage immer Sonnenschein und 15 bis 25 kn Wind. Gleiches Wetter wird auch für den Gold Cup erwartet, der am Montag mit 2 Rennen beginnt. Der Amerikaner würde sagen: „It always blows in San Francisco.“ Grund für das“ Wetterphänomen“ ist die Temperaturdifferenz zwischen dem kalten Pazifikwasser, das aus Alaska strömt und der heißen Wüste, die circa 30 km hinter der Bucht von San Francisco beginnt. Heute machen wir unseren Layday um uns etwas zu erholen und werden dann gleich Richtung City aufbrechen, weil wir eine Tour zur Insel Alcatraz gebucht haben. Am Sonntag um 14 Uhr Ortszeit findet das Practise Race statt.
Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.
Viele Grüße aus Kalifornien
Jan