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Silver Cup 2010
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Practice Race am 19., Fleetraces 20.-23. und Medalrace am 24.

Lennarts Reiseberichte
3. Lennart´s Abschlussbericht vom Silvercup 2010 - Donnerstag, 26. August 2010

Entschuldigung, dass die Berichterstattung in den letzten zwei Tagen flach gefallen ist. Verschobene Starts, Proteste und Vorbereitungen haben einfach zu viel Zeit und Nerven für sich beansprucht. Am Montag dem 23. August sind wir nochmal zwei Wettfahrten bei 4 - 5 Beaufort gesegelt. Wieder war es sehr schwierig sich für eine Seite zu entscheiden und den besten Weg zu finden. Dadurch, dass wir in einer Zeit gesegelt sind, in der die Tide ihren Hochpunkt erreicht hat, war es sehr bedeutend alles im Auge zu behalten. In beiden Rennen bin ich 7. geworden, wobei es im letzten Rennen einige Komplikationen gab. An Tonne zwei des Dreiecks war gleichzeitig die Startlinie einer 18Footer Regatta, was zu großer Verwirrung führte. Die ersten Schiffe, dachten, sie wären durchs Ziel gefahren. Nur Caleb Paine und ich fuhren erstmal weiter zum vermeintlich richtigen Ziel und wurden erster und zweiter. Die anderen Entschieden sich dann auch nochmal durchs richtige Ziel zu segeln. Am Abend hat dann der Grieche auf Wiedergutmachung protestiert. Als ein Großteil der Segler schon weg war, gab es dann eine offene Runde mit der Jury, bei der entschieden wurde, dass man für den Lauf den Platz der letzten Luvmarkenrundung bekommt. Diese Entscheidung haben wir erst am nächsten Morgen mitbekommen und versucht das Verfahren wieder neu zu eröffnen. Das hat leider nicht geklappt und so mit wurde mein zweiter Platz im Zieldurchgang zu einem  7. Platz an der Luvtonne. Das wurde alles am Dienstag dem 24. verhandelt, während der Wartezeit auf den Wind. Um 13.30 hieß es dann auslaufen zur letzten Wettfahrt mit Start um 14.30. Ich hatte zwei punktgleiche Segler mit 6 Punkten Entfernung hinter mir. Nach der ersten Kreuz war ich auf Platz sieben und hatte einen der Segler vor mir. Um ihn ein zu holen bin ich bei ihm geblieben und habe ihn abgedeckt. Dabei jedoch die Großraumtaktik viel zu sehr außer Acht gelassen. Sodass RUS 57, einer meiner Verfolger, letztendlich bis auf den ersten Platz vorfahren konnte und er mich mit einem Punkt überholte. Somit war mein Endergebnis ein 8. Platz beim Silver Cup 2010 in San Francisco. Um 18.00 Uhr war dann die Abschlussfeier, bei der im besonderen Maße die ersten drei geehrt wurden. Oliver Tweddell (AUS 261) wurde 3., Ioannis Mitakis (GRE 77) 2., und Luke Lawrence (USA 40) gewann den Silver Cup 2010 an seinem 20. Geburtstag.
Nach der Feier ging es wieder zurück zu Jeff, da wir alle noch packen mussten und von einigen der Flug schon früh los ging. Am nächsten morgen musste ich dann wild anfangen zu falten, stopfen und quetschen, damit alles wieder in meine Koffer und Taschen passt. um 11.00 Uhr nahm ich dann den "Airporter" Richtung San Francisco International (SFO). Auch am Flughafen klappte alles reibungslos und jetzt dauert es nur noch eine Stunde bis zur Landung am Flughafen Düsseldorf. Doch die Reise ist erst zu Ende, wenn alle Taschen ausgepackt sind.
Die kommenden Tage werde ich meine Rest-Ferien genießen und mich mit meinem Jetlag arrangieren bis es dann am Montag wieder in die Schule geht. Doch es ist nur Schule auf Probe, denn am Dienstag geht es schon wieder mit Schulbefreiung zur Internationalen Deutschen Meisterschaft der Finns am Schwielochsee.
Zusammengefasst war die ganze Reise ein einzigartiges Erlebnis, bei dem ich wunderbare Erfahrungen gemacht habe. Angefangen mit den ersten Tagen, die aus einer Mischung aus Vortraining und Sightseeing bestanden bis zu den Wettkampftagen mit ihrer kribbelnden Anspannung. Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch einige dieser außergewöhnlich Reisen unternehmen kann.
Eine solche Reise funktioniert aber nur so wunderbar durch die Unterstützung einer Vielzahl von Menschen. Gerade die "Locals" aus SF haben die Reise beeinflusst. Angefangen bei Holger Grygiel, der mich gerade beim Einleben in den "American way of life" unterstützt hat. Aber auch Darrell, der amerikanische Trainer, hat mir geholfen, indem ich bei jeder Besprechung dabei sein durfte und er mir ein paar sehr hilfreiche Tipps beim "free-coaching" gegeben hat. Auch Natale, die Frau von Jeff, war immer für mich da und hat immer wunderbar gekocht, was für hungrige Finnsegler sehr wichtig ist. Ganz besonders möchte ich aber Jeffrey Allen danken, der unzählige Male für mich den Taxidriver gespielt hat und mich auch sonst in jeglicher Hinsicht unterstützt hat. Aber auch zuhause in Deutschland gibt es zahlreiche Menschen, ohne die die Reise garnicht erst möglich gewesen wäre. Z.B. meine Großeltern, die mich schon seit Jahren finanziell unterstützen, genau so wie mein Verein SKBUe. Für diese Reise war aber die Unterstützung des FinnTeamGermany am wichtigsten, denn ohne den namenhaften finanziellen Griff unter die Arme wäre ich wahrscheinlich nicht zum Silver Cup 2010 nach San Francisco gekommen. Vielen Dank dafür an alle Team-, Förder- und Vorstandsmitglieder des FinnTeamGermanys. Zuletzt möchte ich aber noch meinen Eltern danken, die für mich seit Jahren die wichtigste Unterstützung sind. Ohne sie wären Segeln für mich nicht möglich und ich müsste vielleicht auf solch wunderbare Erfahrungen verzichten.

Vielen Dank an alle und diesmal schöne Grüße aus Deutschland,
Lennart Luttkus
Finn GER 64
3. Wettkampftag des Silvercup - Sonntag, 22. August 2010

heute lief es garnicht gut. Das erste Rennen wurde bei 4 Bft. und Strom aus Windrichtung gestartet. Mein Speed beim Start war nicht ganz optimal und meine Startposition auch nicht, was dazu führte, dass ich hinter Caleb Paine versackte. Als ich endlich unter Land angekommen war, um dem Strom auszuweichen, setzte eine 5 Bft. Böe mit einem Rechtsdreher auf der rechten Seite ein und ich verlor noch mehr Boote. Im Verlauf des Rennens konnte ich an meiner schlechten Position nur noch wenig ändern. Im zweiten Rennen drehte der Strom und er kam aus entgegengesetzter Richtung gegen den Wind, der auf 5 Bft. zunahm. Beim Start wurde ich zu nahe an die Linie getrieben, sodass ich 25sec. vor dem Start nochmal zurück segeln musste. Nach dem vermurksten Start wegen des vielen Stroms von hinten segelte ich rechts raus um dort die in Richtung Luvmarke drückende Strömung mit zu nehmen. Doch im tiefen Gewässer hatte der Strom noch nicht gedreht. Als ich mich wieder zum Feld verholte war ich letzter und ziemlich enttäuscht darüber, dass ich die Situation falsch eingeschätzt habe. Irgendwie bin ich dann nicht mehr richtig in den Tritt gekommen und bin mehr über den Kurs geholpert als gut gesegelt, bis ich dann im Ziel 13. war. Segeln hat heute also eher nicht gut geklappt und ich musste meine Lektion auf die harte Weise lernen. Im Moment bin ich 7. und versuche diesen Platz in den kommenden zwei Tagen durch risikoloses und konzentriertes Segeln zu behalten. Jetzt mach ich mir ein schönen Abend.
Viele Grüße, Lennart

2. Wettkampftag des Silvercup - Samstag, 21. August 2010

vier Rennen sind gesegelt und ich bin auf Platz 5. Das erste Rennen um 12:00 Uhr wurde bei 3 Knoten Strom gegen an und 15 Knoten Wind gesegelt. Das hieß links raus unter Land und für mich ergab sich ein 2. Platz an der Luvtonne. Auf dem Vorwind unter der Free-Pumping Flagge wurde ich von zwei Seglern überholt. Auf der Kreuz holte ich erst wieder auf bis auf den 2. Platz, bis kurz vor der Tonne. Da legte sich ein sehr großes Segelschiff in Luv von mir. Dadurch verlor ich drei Plätze und einen verlor ich auf dem Vorwind. Am Ende stand ein 6. Platz für Lauf No 3. Rennen Nummer 4 wurde gleich im Anschluss bei 20 Knoten Wind und von hinten kommenden Strom gesegelt. Ich bin nicht richtig in die Dreher rein gekommen, hatte meinen Mast etwas zu weit vorne und mein Schwert nicht ganz hinten. Hatte ich im ersten Rennen immer einen Speedvorteil auf der Kreuz, war das im zweiten Rennen des Tages nicht so. Oben bin ich dann ca. an Platz 10 angekommen. Auf dem Vorwind holte ich wieder auf, verlor jedoch wieder ein paar Boote auf der Kreuz. Auf den letzten zwei Reachern überholte ich letztendlich wieder drei Boote und wurde 7. Ich war also nicht ganz so erfolgreich wie gestern hatte aber trotzdem jede Menge Spaß und bin heute Abend fix und fertig. Wieder zurück bei Jeff nahm ich ein Bad im Whirlpool im Garten. Und danach schauten wir noch ein bisschen Fernsehen.
Morgen wird es wahrscheinlich noch windiger und die Flut wird ziemlich stark. Das heißt, es wird ein schwieriges Rennen unter Land. Trotzdem wird es bestimmt wieder interessant. Bis dahin, viele Grüße aus SF,
Lennart ;)

1. Wettkampftag des Silvercup - Freitag, 20. August 2010

der erste Wettfahrttag ist zu Ende. Ich bin heute um 8.30 Uhr aufgestanden, etwas spät. Trotzdem hat alles gut geklappt und wir waren pünktlich um kurz nach zehn am StFYC. Ich bin dann um 11.00 Uhr aufs Wasser gegangen um mich mit den Bedingungen vertraut zu machen. Die Kompasskurse waren wie üblich, und der Wind nahm allmählich von 3 Bft. auf 4 Bft. zu. Mein Start des 1. Rennen des Silver Cups 2010 war nicht gerade gelungen und ich bin nach einiger Zeit zwischen zwei Booten versackt. Ich wartete lange auf einen Linksdreher um mich zu verholen, aber da ich selbst in der Abdeckung zweier Boote nicht all zu viele Meter verlor wartete ich ab, dann wendeten beide weg, bevor ich in Aktion trat. Also fuhr ich weiter links raus bis knapp unter die Anlegelinie. Bis zur Luvmarke machte ich nur noch einen kleinen Verholer. Ich kam knapp vor dem Feld als zweiter an die Luvmarke. Dann ging es auf den ersten Vorwind der zwei Up-and-Downs. Zu meinem Glück war noch kein Free-Pumping frei gegeben. Schnell holten jedoch bestimmt fünf Verfolger auf und waren auf meiner Höhe. Sie schlugen jedoch einen anderen Weg ein und da ich immer am Limit gepumpt habe war ich am Ende auch am Gate 2. Die zweite Kreuz war dann ähnlich wie die erste und ich war am Schluss etwa 30m hinter dem Ersten, allerdings haben wir uns zusammen einen Vorsprung aufs Feld erarbeitet. Also ging es auf dem Vorwind mehr oder weniger nur darum auf den ersten Platz zu fahren. Das hatte als Konsequenz immer Abdecken. Nach dem ersten Drittel des Vorwinds und ein paar Wellen einer Fähre waren wir gleich auf. Dann machte ich einen Fehler, halste und verlor den Kontakt zu dem Croaten 11. Er bekam dann eine Boe auf der rechten Seite und rutschte wieder 20m vor mich. Er machte dann aber den Fehler, von mir Weg zu fahren. Als er wieder zurück kam waren wir noch 50m vom Ziel entfernt und er musste mich am Heck passieren. Bis zum Ziel konnte er meinen knappen Vorsprung nicht wieder aufholen und ich gewann mein erstes Rennen in einem Silver Cup :) . Das zweite Rennen war dann anders und es ging eher über rechts, obwohl ich es über links probierte. Oben war ich ca. 8. und an der Leetonne 5. Dann machte ich einen blöden Fehler und schaute nicht wirklich nach der Luvtonne und ich fuhr viel zu weit über den Anlieger. Ich verlor 5 Boote durch diesen Fehler, der durch das ebbende Wasser noch verschlimmert wurde. Oben war ich dann 10. und bis zum Ziel bin ich bis zum 8. vorgefahren. Ich werde alles geben, dass ich diesen Fehler nie wieder machen werde. Das Zwischenergebnis war dann ein 4. Platz für den ersten Wettfahrttag. Nach dem Segeln gab es wie üblich etwas zu essen und man setzt sich zusammen und macht Witze über den Tag. Dann ging es wieder nach zurück zu Jeff. Der erste Racetag war damit vorbei und im Moment macht Darrell mit seinen Schützlingen Video-Auswertung.
Ich hoffe, dass ich die nächsten Tage cool bleibe und alles klappt. Viele Grüße aus SF,
Lennart

Donnerstag, 19. August 2010

die letzten zwei Tage waren aufgrund der Vermessung etwas chaotisch. Nachdem ich am Dienstag Abend mein Boot nach Richmond gesegelt hab, war ich am Mittwoch Morgen um 8:30 Uhr wieder da, um mein Boot für die um 9:00 Uhr beginnende Vermessung vorzubereiten. Um 10.00 Uhr war ich dann eigentlich fertig, aber mein Baum hatte wie üblich die Messmarke an der falschen Stelle. Eine neue Messmarke malen ist nicht schwierig, aber in Richmond einen neuen Stopper zu organisieren ist schwerer als gedacht. Als es bis 13.00 Uhr nicht geklappt hatte, hab ich dass Angebot von Luke angenommen, mich schleppend mit zum StFYC mit zu nehmen. Auf dem Weg haben wir den Neuling der Bucht begutachtet. Ein riesiges Schiff eines russischen Milliardärs liegt jetzt in der Nähe der Golden Gate Bridge. Als wir in die Garage des Schiffs gucken konnten lagen dort drei schiffe, die alleine schon ein Vermögen wert sind. Ein sehr erstaunlicher Anblick. Nachdem wir den kleinen Abstecher gemacht haben ging es zum StFYC. Dort angekommen hat Darrell, der amerikanische Coach, mich kurz bei Jeff vorbeigebracht, um dort mein FinnTeamGermany T-Shirt zu holen. Danach ging es zur Opening-Ceremony, bei der wir erst essen durften und dann der "offizielle" Teil kam. Heute morgen ging es raus zum Practice-Race, bei dem auch alles gut geklappt hat. Nach dem Practice-Race gab es im Klub essen. Ich freue mich morgen auf mein erstes Race.
Bis dahin viele Grüße,
Lennart

Mittwoch, 18. August 2010

Ein langer, toller Segeltag in SF und ein netter Vorwind vom StFYC nach Richmond

Heute war ich etwas später am Segelklub, weil ich mich auch nach den Terminen von Jeff richte. Ich bin dann um 12.30 Uhr "in See gestochen", während Jeff meinen Slippwagen und meine Klamotten genommen hat und wieder zur Arbeit gefahren ist. Wir haben uns dann für 17 Uhr in Richmond verabredet, damit ich dort mein Boot für die Vermessung habe. Auf dem Wasser habe ich erst ein paar Startübungen gemacht und mich dann noch ein wenig im Wenden, Halsen und Tonnenrunden geübt. Als Auflockerung bin ich dann mal entspannt unter der Golden Gate Bridge durchgekreuzt. Wenn man unter ihr durchfährt sieht sie wesentlich größer aus, als wenn man sie aus der Ferne betrachtet. Es ist wirklich eine beeindruckende Brücke. Nach dem ich also das erste mal im Pazifischen Ozean segeln war, und da auch prompt die Rückenflossen von Delphinen gesehen habe, bin ich Vorwind bis Alcatraz gesegelt. Nach meinem kleinen Ausflug kam Luke Lawrence aus dem Hafen und in den Matches, die wir uns lieferten bestätigte sich meine Vermutung, dass ich auf der Kreuz zwar gut unterwegs bin, sich auf dem Vorwind aber noch so einiges tun muss. Nichts desto trotz hat es viel Spaß gemacht. Nach einigen Up-and-Downs sind Luke und ich, vorbei an Alcatraz und Angel Island, nach Richmond gesegelt. Durch die das viele Spritzwasser hat sich keine von uns beiden darum gekümmert, wo Lukes Coach geblieben ist. Erst als wir an Angel Island vorbei waren ist uns aufgefallen, dass wir ihn wohl verloren hatten. Luke schien das weiter nicht zu stören und seine größte Sorge schien nur sein fehlender Slippwagen in Richmond zu sein. Lukes Coach hatte den Slippwagen auf seinem Motorboot. Auf jeden fall sind wir weiter bis Richmond gesegelt und sind da nochmal ein bisschen auf und ab gekreuzt. Irgendwann sind wir dann in den Hafen von Richmond gefahren und da ist dann auch wieder Lukes Coach aufgetaucht. In der Zwischenzeit hat er sich anscheinend ein neues Motorboot zugelegt. Was letztendlich passiert ist, habe ich nicht heraus gefunden. In Richmond musste ich dann noch etwas auf meine Sachen warten, weil Jeff auf der Arbeit aufgehalten wurde. Letztendlich hat aber alles gut geklappt und es war wieder ein super Tag in San Francisco. Morgen hoffe ich problemlos durch die Vermessung zu kommen und danach ohne Probleme wieder nach Richmond zu segeln.


Dienstag, 17. August 2010
Der Mast ist zwar etwas Hart, aber ich hoffe, dass ich durchhalte.
Heute war ich 3 Stunden segeln. Ich war wieder sehr früh am Club, um mich an die Zeit zum Aufstehen während des Silver Cups zu gewöhnen. Da ich aber nicht alleine rausgehen wollte, hatte ich etwas Zeit um mich nochmal in Ruhe im Club umzuschauen. Gegen 12 Uhr kam dann Egor aus Russland und wir sind zusammen rausgefahren. Durch den harten Mast hab ich bei jeder Böe ein wenig verloren, obwohl ich viel mit dem Traveller gearbeitet habe. Auch taktisch verlief es für mich gegen Egor nicht so gut. Ich hatte Schwierigkeiten, die Balance zwischen Dreher aussegeln und zum Strand fahren um dem Strom auszuweichen, zu finden. Nach einiger Zeit kamen noch zwei Junioren raus und Egor fuhr rein. Wenn ich alles gegeben habe, konnte ich den Speed von Ioannis Mitaki aus Griechenland fast beibehalten. Um mich taktisch zurecht zu finden habe ich mich an Ioannis orientiert und bin nur Nuancen von seinem Kurs abgewichen. Am Ende waren wir nur wenige Meter von einander entfernt. Da Ioannis normalerweise nicht der Schlechteste ist, war ich zufrieden.
Morgen geht es wieder nach Richmond zur Vermessung. Ich hoffe, dass es keine Probleme geben wird und ich bei 17 Booten auch nicht lange warten muss.
Viele Grüße aus SF, Lennart

Montag, 16. August 2010 -- Hallo,
so langsam verschwindet der Jetlag.
Ich hoffe, dass ich vergangene Nacht das letzte mal zwischendurch aufgewacht bin. Wie jeden Morgen bin ich jedoch um 8:00 Uhr aufgestanden und habe mich neben den Vierfachtoaster gesetzt, um mein Frühstück zu verzehren und mir einen Lunch für die Mittagszeit fertig zu machen. Jeff und Natalie sind sehr gastfreundlich und haben mir direkt am Anfang gesagt, dass ich mich in der Küche frei bedienen darf. Doch erst jetzt habe ich so langsam einen Überblick, was sich wo befindet. Nachdem ich meine Sachen gepackt hatte, brachte Jeff mich schon früh zum Hafen, weil er mit Natalie am Sonntag morgen noch ins Kino wollte. Da sich am Vortag viele Segler erst für Nachmittag angemeldet hatten und ich nicht mit einem noch nie gefahrenen Mast alleine rausfahren wollte, entschloss ich mich, die Gelegenheit zu nutzen und San Francisco etwas ausführlicher zu besichtigen. Wir brachten die Segelsachen zum St. Francis Yacht Club und Jeff brachte mich noch bis zur Union Street. Da die Union Street außer kleinen Geschäften nichts zu bieten hatte, nahm ich den Bus in Richtung Downtown. Als ich in der Nähe der Finanz-Hochhäuser war stieg, ich aus und war sehr beeindruckt von der immensen Größe dieser Gebäude. Ich lief dann in Richtung Wasser und Pier 1, um von dort aus die Baybridge zu betrachten. Von dort aus bin ich bis zum Pier 39 gelaufen. Am Pier 39 hab ich mir ein paar Postkarten und ein HardRock San Francisco T-Shirt gekauft. Direkt neben dem Pier lagen unendlich viele Seehunde, eine wahre Touristenattraktion. Nachdem ich schon relativ viel gesehen hatte und die Zeit weiter verstrichen war machte ich mich auf den Weg zurück zum Hafen. Dort angekommen machte ich erstmal Essenspause mit meinen Honigbroten. Danach ging es endlich aufs Wasser um dort das erste mal im Regattarevier zu segeln. Bis auf ein paar kleine Feinheiten komme ich gut mit dem Charterboot klar. Nach ein paar kleinen Veränderungen war ich zufrieden mit meinem Bootsspeed und konnte die Trainingsschläge vor der Golden Gate Bridge genießen. Trotz des vielen Windes gab es nur wenig Wellen, denn das Wasser lief gerade in die Bucht ein. Das wird zum Wettkampfbeginn jedoch anders sein. Da werden wir wahrscheinlich kurze und hohe Wellen haben. Ich hoffe, dass ich bei diesen Bedingungen mit dem harten Mast zurecht komme. Leider konnte ich nicht all zu lange draußen bleiben, weil Igor aus Russland wieder in den Hafen wollte und ich nicht später alleine in der Bucht von San Francisco rumtreiben wollte. Also hatte ich im Hafen viel Zeit, bevor Jeff mich abholen kam. Nachdem ich mein Boot vom Salz befreit hatte, ging es in die luxuriösen Umkleiden des St.Francis Yacht Club. Es fängt damit an, dass in den Umkleiden ein Wasserspender steht, der nach dem salzigen Pazifikwasser eine angenehme Abwechslung bietet. Des Weiteren braucht man auch keine Handtücher mitzubringen, denn die liegen dort für jeden Gast bereit, genau so wie Shampoo und Duschgel. Wer sich von den Strapazen des Tages noch etwas erholen möchte kann nach dem Duschen die Sauna besuchen. Wer sich allerdings noch nicht genug ausgepowert hat, kann in den üppig ausgestatteten Kraftraum des SFYC gehen. Außerdem hilft der SFYC meiner Vergesslichkeit, indem er neben dem Waschspiegel nicht nur Seife, sondern auch Sonnencreme, Hautcreme, Mundwasser, Haargel, Kämme und Rasierer bereitstellt. Für alle Mitglieder des SFYC, die garnichts mit dem Segeln zu tun haben, bietet der Club außerdem zwei Restaurants, in denen sich unendlich viele Modelle von prestigereichen Segelyachten befinden. Der Club hat sich also ganz nett eingerichtet am Rande von San Francisco mit Blick auf die Golden Gate Bridge, Alcatraz und die Skyline von San Francisco.
Nachdem ich den Club beäugt hatte, blieb mir noch etwas Zeit, bis Jeff mich abholen kam und ich setze mich auf eine Bank und genoss den Ausblick auf die Golden Gate Bridge vor dem strahlend blauen Himmel.
Wieder bei Jeff angekommen, gab es endlich wieder Burger zum Abendessen, diesmal jedoch selbst gemacht. Ich freue mich jetzt schon ein bisschen auf die deutsche, burgerfreie Zeit. Nichtsdestotrotz hat es immer noch gut geschmeckt.
Gestern Abend sind noch drei Amerikaner in Jeffs Haus eingezogen. Ich hab mein Zimmer an den amerikanischen Trainer Darell abgegeben und schlafe jetzt mit RJ in einem Zimmer. Gorden hat leider kein Bett mehr gefunden und schläft auf der Couch im Wohnzimmer.
Morgen werde ich noch etwas segeln gehen und bringe dann mein Boot zurück nach Richmond zur Vermessung.
Zum Schluss möchte ich mich nochmal bei den Sponsoren, den Teammitgliedern und dem Vorstand des FinnTeamGermanys bedanken, ohne deren Unterstützung dieses beeindruckende Erlebnis nicht möglich gewesen wäre. Bei weitem nicht zu vergessen ist auch die Unterstützung meiner Familie und im besonderen meines Vaters.
Vielen Dank und viele Grüße aus San Francisco, Lennart

Sonntag, 15. August 2010 -- Hallo,
gestern lief es nicht so gut. Ich war wieder um 10.00 Uhr in Richmond, um mein Boot aufzubauen. Doch erst um 11.00 Uhr war überhaupt klar, welches mein Boot ist. Es dauerte dann ewig, bis ich alles aufgebaut hatte, denn irgendwie war das alles nicht so, wie ich es haben wollte. Letztendlich war ich um 16.00 Uhr wieder bei Jeff Zuhause und das einzige was mir blieb, war ein heftiger Sonnenbrand im Nacken. Trotzdem war es irgendwie kein schlechter Tag, denn ich war in San Francisco. Heute war ich dann wieder um 10.00 Uhr in Richmond. Für die nächsten zwei Tage wollte ich noch mein Boot ins Regattagebiet verholen. Es ist hier alles mehr als chaotisch und unorganisiert, das macht aber alles nichts, denn irgendwie klappt es. Alle Boote wurden nach Richmond geliefert, der Silver Cup findet aber 10 Seemeilen entfernt statt, doch die Vermessung soll trotzdem in Richmond sein. Dadurch gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder man bleibt bis zur Vermessung in Richmond oder man fährt erst nach Chrissy Field, kommt dann nach Richmond zur Vermessung zurück und fährt dann wieder nach Chrissy Field. Ich habe mich dazu entschlossen, zwei Tage in Chrissy Field zu verbringen. Dementsprechend bin ich heute Mittag 10,25 Seemeilen nach Chrissy Field gesegelt, während Jeff netterweise meinen Slippwagen zum St.Francis Yacht Club gebracht hat. Mit mir ist ein Croate gesegelt und Holger Grygiel hat mich mit seinem Motorboot begleitet. Es war eine wirklich wunderbare Segeltour. Von Richmond aus musste ich rechts an Angle Island vorbei segeln. Dieser Umweg war nötig, um dem enormen Strom auszuweichen. Es ist einfach eine wunderbare Aussicht, zwischen den Hügeln und den Brücken zu segeln. Nach dem ich die Engstelle zwischen Angle Island und Corinthian Island durchquert hatte, konnte ich durch mein Fenster im Segel die Skyline von San Francisco bestaunen und ich musste mich nur ein wenig umdrehen, um eine klare Sicht auf die Golden Gate Bridge zu erhalten. Außerdem war es einfach beeindruckend mit 2-4 Knoten Strom zu segeln. Es war teilweise äußerst sonderbar und eigenartig. Ein weiteres Highlight waren die vielen Seehunde, die ich auf dem Weg gesehen habe. Echt fantastisch. Letztendlich brauchte ich 2 1/2 Stunden, um mich gegen den Strom zum St.Francis Yacht Club durchzukämpfen. Jetzt freue ich mich auf morgen, da ich einen neuen Mast ausprobieren werde. Es ist viel Arbeit, ein Charterboot so umzubauen, dass man alles bedienen kann, wie man es von Zuhause gewohnt ist. Ich werde mich wohl schon recht früh von Jeff zum Hafen bringen lassen, und falls kein anderer segeln geht, werde ich mir die Stadt angucken und später mit anderen raus gehen. In sofern freue ich mich auf ein paar weitere schöne Tage und bis dahin viele Grüße aus San Francisco...

Freitag, 13. August 2010  -- Hallo,
ich bin gut in San Francisco angekommen. Der Flug war zwar sehr lang, aber verlief ohne Probleme. Am SF Airport angekommen ging es durch eine strenge Passkontrolle und dann zu den Gepäckbändern. Am Ausgang empfing mich Holger Grygiel freundlich und führte mich zu seinem Auto. Auf dem Weg zu meinem ersten Schlafplatz machte er mich mit den ersten Besonderheiten Amerikas bekannt. Ich war von allem sehr verwundert und beeindruckt. Rechts überholen auf fünfspurigen Autobahnen. Der linke Fahrbahnstreifen wird durch "Diamonds" gekennzeichnet und darf nur von Fahrzeugen mit zwei oder mehr Insassen benutzt werden. Eine rote Ampel ist hier ein Stop-Schild für Rechtsabbieger. Durchgezogene Linien sind auch eher zur besseren Orientierung. Außerdem gab er mir den Tipp, sich im Straßenverkehr mit keinem anzulegen, denn eine Waffe im Handschuhfach gehört hier einfach dazu. Schießereien sind dementsprechend ebenfalls keine Besonderheit. Bevor wir an seinem Haus ankamen, hielten wir bei einem der Einkaufshäuser, um für mich Honig zu kaufen. Da unsere Einkaufshäuser weitgehend "amerikanisiert" wurden, fiel der Unterschied meistens garnicht auf. Bei Holger Zuhause angekommen trat ich das erste mal in ein amerikanisches Haus. Die Garage für zwei Autos war in das Haus integriert und man gelangte von da aus über eine Treppe in den Wohnbereich. Der bestand aus drei Etagen, wobei die unteren beiden Etagen offen miteinander verbunden waren. Die erste Etage bestand aus einer Sitzecke mit Ofen und einem angrenzenden Balkon. Die zweite Etage vereinte Küche, Wohnzimmer und Esszimmer. Die dritte Etage bestand aus Bädern, Schlafzimmern und einem Büro. Mit Holgers Worten: "Mein Haus ist dein Haus", fand ich mich schnell zurecht und fühlte mich wirklich wohl. Bevor wir nochmal in de Stadt fuhren, aß ich mein erstes Honigbrot auf amerikanischem Boden. Holger musste nochmal zur Bank und ich hatte einen Adapter für die Stecker vergessen. Immer wieder gab Holger mir einige Tipps und Hinweise zu den Besonderheiten der USA, Californiens und San Franciscos. Dass es Alkohol hier erst ab 21 gibt und dass man unter 21 Jahren nicht in eine Bar darf, sagen die hier nicht nur, sondern die meinen das auch so. Außerdem gibt es hier Tiere, die dem Menschen gefährlich werden können. Bären und Pumas würde man nur im Hinterland Californiens finden, aber Klapperschlangen auch in der Nähe von Wohnsiedlungen. Genau so wie giftige Spinnen oder Stinktiere. Gegen 18:00 Uhr Ortszeit kam Holgers Frau nach Hause und wir gingen in einer Shopping Mall amerikanischen Burger essen. Als wir dann um 20:00 Uhr Zuhause waren ging ich sofort ins Bett. In Deutschland war es zu dieser Zeit schließlich 5:00 Uhr morgens!
Am nächsten Morgen weckte mich Holger um 6:30 Uhr und wir machten uns auf den Weg nach Ritchmond, wo die Finns abgeladen wurden und der Gold Cup statt finden wird. Bis Jeffrey Allen auftauchte, um mich abzuholen, half ich Holger beim Aufbauen der schon angekommenen Devoti Finns. Dabei durfte ich einen Nagelneuen Conception Sailracing Mast auspacken, ein mir bis dahin unbekannter italienischer Masthersteller. Auf Anhieb überzeugten die Masten durch eine super Verarbeitung, doch der Preis, der 200€-300€ über dem Wilkemast angesetzt ist, schreckt da eher ab. Bis Jeff kam um mich abzuholen hatte ich drei Finns aufgebaut. Jeff ist ein netter, gastfreundlicher, älterer Amerikaner. Als erstes sind wir zu seiner Firma gefahren, in der er mir seinen Sohn und eine Mitarbeiterin vorstellte. Danach fuhren wir zum Fast-Food Restaurant "in-n-Out" und verspeisten einen wirklich guten Burger. Dann zeigte er mir San Francisco. Vom Norden aus fuhren wir über die Golden Gate Bridge, die wie üblich im Sommer im Nebel versinkt. Dann kamen wir an allen möglichen Sehenswürdigkeiten vorbei, die ich mir aber nochmal in Ruhe anschauen möchte. Zu meinem Glück erzählt Jeff sehr gerne über alles Mögliche und somit erfahre ich wirklich viel. Nach der privaten Stadtrundfahrt ging es zu ihm nach Hause in ein wirklich hübsches Haus. Im Moment bin ich sehr müde und der Jetlag macht mir schwer zu schaffen. Ich werde versuchen, noch etwas auf zu bleiben, um in einen normalen Tagesablauf übergehen zu können. Ab morgen steht dann mein Finn bereit und ich werde die ersten Trainingsschläge absolvieren.
Viele Grüße aus SF, Lennart